Du kannst deinen CdA im Freien mit einem Leistungsmesser, verlässlichen Geschwindigkeitsdaten und wiederholten gleichmäßigen Runden schätzen. Entscheidend ist ein ausreichend konsistenter Test, um eine Änderung deiner Sitzposition von Änderungen bei Wind, Steigung oder Messfehlern zu unterscheiden.
Dieser Leitfaden erklärt, was du aufzeichnen solltest, wie du zwei Konfigurationen vergleichst und wo du die Schätzungen in Peak Watts findest. Das Protokoll ist ein praktischer Ausgangspunkt für eigene Vergleiche. Die Zahlenbeispiele sind Berechnungen und keine Ergebnisse eines Fahrers, der diesen Test absolviert hat.
Unser Artikel zum Radgewicht hielt die Widerstandsfläche konstant, um den Effekt einer Massenersparnis zu untersuchen. Hier betrachten wir diese andere Eingabe: den aerodynamischen Leistungsbedarf von Fahrer und Rad.

Was ist CdA?
CdA ist das Produkt aus Luftwiderstandsbeiwert und Referenzstirnfläche. Cd beschreibt, wie ein Objekt mit der Luftströmung wechselwirkt; A ist seine Referenzfläche. Ihr Produkt in Quadratmetern beschreibt den Luftwiderstand für eine bestimmte Konfiguration und Anströmbedingung.
Betrachte beim Radfahren Fahrer und Fahrrad gemeinsam. Eine Positionsänderung verändert sowohl die der Luft ausgesetzte Fläche als auch die Umströmung. Kleidung und Ausrüstung beeinflussen das Ergebnis ebenfalls. Eine kleinere frontale Silhouette bedeutet nicht zwangsläufig einen proportional geringeren Luftwiderstand.
Auf der Straße liefert ein Leistungsmesser eine Seite der Energiebilanz. Schätze den Leistungsbedarf für Anstieg, Rollwiderstand, Beschleunigung und Antriebsverluste und ordne den verbleibenden Anteil der Aerodynamik zu. Mit Geschwindigkeits- und Umgebungsdaten kannst du auf einen effektiven CdA zurückrechnen. Die Annahmen dahinter sind ebenso wichtig wie die angezeigten Nachkommastellen.
Was du für eine CdA-Messung auf der Straße brauchst
- Gemessene Leistung. Nutze einen zuverlässigen Leistungsmesser und befolge die Herstellerangaben zu Aufwärmen und Nullabgleich. Verwende während des gesamten Vergleichs denselben Leistungsmesser. Aus Geschwindigkeit und Fahrmodell geschätzte Leistung kann den Luftwiderstand nicht unabhängig bestimmen.
- Verlässliche Geschwindigkeits- und Höhendaten. Nutze eine einheitliche Aufzeichnungsquelle. Ein korrekt konfigurierter Raddrehzahlsensor kann helfen, sofern er unterstützt wird. Die Höhe ist wichtig, weil bereits eine geringe Steigung die gegen die Schwerkraft aufgewendete Leistung verändert.
- Korrekte Gewichte und gleichbleibende Ausrüstung. Prüfe Fahrer- und Radgewicht. Halte beim Test einer Positionsänderung Reifen, Reifendruck, Kleidung, Helm, Flaschen und mitgeführte Ausrüstung konstant.
- Eine geeignete Strecke und Wetteraufzeichnung. Wähle eine glatte, nahezu ebene und gerade Straße, auf der du mehrere Minuten ununterbrochen fahren kannst. Ruhiges, stabiles Wetter erleichtert die Interpretation des Vergleichs.
Du kannst mit Peak Watts aufzeichnen oder eine kompatible, anderswo aufgezeichnete Aktivität importieren. Achte darauf, dass Leistung, Geschwindigkeit und Route gemeinsam aufgezeichnet werden, und prüfe bei der Auswertung, ob Wetterdaten vorliegen. Das Smartphone misst die Luftströmung um deinen Körper nicht direkt.
So führst du einen kontrollierten CdA-Feldtest durch
1. Wähle eine Änderung
Nenne deine übliche Konfiguration A. Ändere für B ein Detail, etwa Hand- und Unterarmposition. Wähle eine Position, die du halten kannst, während du nach vorn schaust und das Rad normal kontrollierst.
Lass alles andere unverändert. Eine neue Position zusammen mit einem neuen Reifen zu testen erschwert die Erklärung: Neben dem Luftwiderstand könnte sich der Rollwiderstand geändert haben. Lege im Voraus fest, welche Unterbrechungen einen Durchgang ungültig machen, etwa Bremsen, ein vorbeifahrendes Fahrzeug oder eine starke Böe.
2. Lege einen gleichmäßigen Messabschnitt fest
Wärme dich auf und erreiche vor Beginn der Testrunde die gewünschte Geschwindigkeit und Haltung. Ziele auf 3–5 Minuten gleichmäßiges Fahren pro Messabschnitt. Halte über die Durchgänge ungefähr dieselbe Zielgeschwindigkeit und lass die gemessene Leistung den Bedarf widerspiegeln. Versuche nicht gleichzeitig, eine exakte Wattzahl und eine exakte Geschwindigkeit zu halten.
Wähle eine dauerhaft haltbare, zur Straße passende Geschwindigkeit. Peak Watts kann aerodynamische Leistung bei 40 und 50 km/h anzeigen, ohne dass du so schnell fährst. Halte Beschleunigen, Bremsen und Wenden aus den Messrunden heraus und fahre allein außerhalb der Nachläufe anderer Fahrer und Fahrzeuge.
3. Wiederhole beide Konfigurationen in beide Richtungen
Fahre vier Blöcke in der Reihenfolge A → B → B → A. Jeder Block enthält eine Hin- und eine Rückfahrt, wobei jeder gleichmäßige Abschnitt separat markiert wird. Das ergibt acht Messabschnitte: je zwei Beobachtungen pro Richtung und Konfiguration.
Die Rückkehr zu A zeigt, ob sich der Ausgangswert während der Einheit verschoben hat. Fahrten in beide Richtungen machen auch Steigungs- oder Windunterschiede leichter erkennbar. Sie beseitigen den Wind nicht: Gegenläufige Windeffekte sind nichtlinear und die Bedingungen können sich zwischen Abschnitten ändern.
Halte Körperhaltung, Kopfwinkel und Trittfrequenz innerhalb jeder Konfiguration konstant. Wird ein Durchgang unterbrochen, notiere den Grund und wiederhole ihn, statt nur Versuche mit günstigen Zahlen zu behalten. Ordne Konfiguration und Richtung jeder Rundennummer zu, solange du dich gut daran erinnerst.
Finde deine CdA-Schätzung in Peak Watts
Öffne die abgeschlossene Aktivität, gehe zu Laps (Runden), wähle einen Testabschnitt und suche Resistance → CdA Estimate (Widerstand → CdA-Schätzung). Auch erkannte Intervalle können Schätzungen enthalten, aber bewusst markierte Runden geben dir für diesen Test klarere Grenzen.
Die Widerstandsdetails stellen Wind, Schwerkraft und andere modellierte Anforderungen neben die CdA-Schätzung. Prüfe Geschwindigkeit, Leistung, Steigung und Bedingungen der Runde, bevor du ihr Ergebnis mit einer anderen vergleichst. Die Seite zur Aktivitätsanalyse stellt diese Ansichten vor.

Die @ 40 km/h und @ 50 km/h -Zeilen rechnen die Schätzung in aerodynamische Leistung unter gemeinsamen Referenzbedingungen um: Windstille und eine Luftdichte von 1,225 kg/m³. Das erleichtert den Vergleich. Diese Wattwerte beschreiben nur den aerodynamischen Bedarf; die gesamte Fahrerleistung muss auch die anderen Widerstandsanteile abdecken.
Warum eine Runde kein CdA-Ergebnis haben kann
Peak Watts filtert ungeeignete Messwerte heraus, darunter Teile langsamer, beschleunigender oder stark vom Wind unterstützter Fahrten. Eine angezeigte Schätzung benötigt mehr als 60 Sekunden akzeptierte CdA-Daten. Eine mehrere Minuten lange Runde kann trotzdem zu wenige nutzbare Daten enthalten.
Zu den aktuellen Meldungen gehören No Weather Data (Keine Wetterdaten), Short Effort (Kurze Belastung) und Inconsistent (Uneinheitlich). Prüfe die verfügbaren Eingaben und die Gleichmäßigkeit der Belastung. Die Infoschaltfläche erläutert die Anforderungen an konstante Geschwindigkeit, geringe Beschleunigung und stabilen Wind. Eine längere Runde bietet mehr Gelegenheit für nutzbare Messwerte, garantiert aber keine Schätzung.
Prüfe, ob der Unterschied wiederholbar ist
Notiere für jede nutzbare Runde Konfiguration, Richtung, Durchschnittsgeschwindigkeit, Durchschnittsleistung, CdA und Unterbrechungen. Vergleiche A zunächst mit B in derselben Richtung und prüfe dann, ob sich das Muster über die Blöcke wiederholt. Betrachte neben den Mittelwerten auch die Streuung.
Angenommen, zwei Wiederholungen der Ausgangskonfiguration ergeben 0,300 und 0,320 m², während B 0,305 m² liefert. Diese hypothetischen Werte sprechen nicht überzeugend für eine kleine Verbesserung: B liegt innerhalb der bereits bei A beobachteten Schwankung. Gleichmäßigere Wiederholungen würden einen kleinen Unterschied leichter erkennbar machen. Einen gemeinsamen Eingabefehler würden sie dennoch nicht beseitigen.
Kleine Steigungsfehler verdeutlichen das Problem. Bei 40 km/h benötigt ein 84-kg-System an 0,1 % Steigung etwa 9,2 W gegen die Schwerkraft. Bei dieser Geschwindigkeit entspricht ein CdA-Unterschied von 0,01 m² etwa 8,4 W aerodynamischer Leistung bei Windstille und der genannten Luftdichte. Ein kleiner Fehler beim Anstiegsanteil kann daher ähnlich groß sein wie die Änderung, die du erkennen möchtest.
Wetterdaten können vom Wind an deiner Position auf der Straße abweichen. Der Rollwiderstand wird aus verfügbaren Fahrradinformationen oder Ersatzannahmen modelliert, und Antriebsverluste beeinflussen die Leistung am Rad. Diese Unsicherheiten verändern den Restanteil, der der Aerodynamik zugerechnet wird. Ein gleichbleibendes Rad, dieselbe Oberfläche und dieselbe Aufzeichnungsausrüstung helfen beim Positionsvergleich, kalibrieren aber nicht jede Annahme.
Seitenwind erschwert die Sache zusätzlich, weil die scheinbare Luftströmung sowohl eine Geschwindigkeit als auch einen Winkel hat. Forschung zu Windanströmwinkel und Luftwiderstand im Radsport erklärt, warum eine einfache Windmessung in Fahrtrichtung einen Teil dieses Zusammenhangs übersehen kann. Bevorzuge ruhige Bedingungen und bestätige ein vielversprechendes Ergebnis in einer weiteren Einheit, bevor du der Änderung eine genaue Ersparnis zuschreibst.
Wie viel Leistung kann ein niedrigerer CdA sparen?
Bei Windstille gelten die grundlegenden Zusammenhänge:
Luftwiderstandskraft = ½ × Luftdichte × CdA × Geschwindigkeit²
Aerodynamische Leistung = ½ × Luftdichte × CdA × Geschwindigkeit³
Die Geschwindigkeit wird in Metern pro Sekunde, die Dichte in kg/m³ und der CdA in m² eingesetzt. Die Kraft ergibt sich in Newton und die Leistung in Watt. Diese Widerstandsbeziehungen sind Teil des von Martin und Kollegen untersuchten Leistungsmodells für Straßenradsport.
Bei fester Geschwindigkeit und Dichte reduziert ein um 10 % niedrigerer CdA die aerodynamische Leistung um 10 %. Da sie nur einen Teil des gesamten Leistungsbedarfs ausmacht, sinkt die gesamte Fahrerleistung bei unveränderten anderen Anforderungen um einen kleineren Prozentsatz. Eine Verdopplung der Geschwindigkeit verachtfacht unter denselben Annahmen die aerodynamische Leistung.
Betrachte eine hypothetische Änderung von 0,32 auf 0,28 m². Die folgenden Werte gelten für Windstille, 1,225 kg/m³ Luftdichte und konstante Geschwindigkeit. Sie beschreiben den aerodynamischen Anteil vor Berücksichtigung von Antriebsverlusten.
| Geschwindigkeit | Aeroleistung bei 0,32 m² | Aeroleistung bei 0,28 m² | Eingesparte Aeroleistung |
|---|---|---|---|
| 30 km/h | 113,4 W | 99,2 W | 14,2 W |
| 40 km/h | 268,9 W | 235,3 W | 33,6 W |
| 50 km/h | 525,1 W | 459,5 W | 65,6 W |

Der CdA sinkt um 12,5 %, deshalb sinkt die aerodynamische Leistung bei jeder Geschwindigkeit ebenfalls um 12,5 %. Die Watt-Ersparnis wächst mit der Geschwindigkeit. Hältst du stattdessen die Fahrerleistung konstant, kann die Geschwindigkeit steigen; wie stark, lässt sich nur mit dem vollständigen Widerstandsmodell schätzen. Eine um 12,5 % kleinere Widerstandsfläche bedeutet keine um 12,5 % kürzere Zielzeit.
Unterscheide bei Wind zwischen Boden- und Luftgeschwindigkeit. Die relative Luftströmung bestimmt die aerodynamische Kraft. Die mechanische Leistung zur Fortbewegung entlang der Straße hängt aber auch von Bodengeschwindigkeit und Kraftrichtung ab. Die Luftgeschwindigkeit einfach in die kubische Windstilleformel einzusetzen, ergibt keine allgemeine Windberechnung.
Wie schneidet ein Feldtest gegenüber einem Windkanal ab?
Ein Windkanal misst die Widerstandskraft bei kontrollierter Luftströmung und berechnet daraus den CdA. Eine Feldmethode rechnet von Leistung und Bewegung zurück. Eine überdachte Radrennbahn verringert Unsicherheit durch Umgebungswind; eine Straße im Freien ist leichter zugänglich, bietet aber weniger Kontrolle über die Bedingungen.
Martin und Kollegen verglichen aus Feldmessungen abgeleitete Widerstandsflächen mit Windkanalwerten bei sechs Radfahrern. Ihre Ergebnisse zeigen, was sorgfältig kontrollierte Feldmethoden erreichen können. Ihre veröffentlichten Anleitungen verwenden ein bestimmtes Protokoll mit wiederholten Versuchen und Umgebungsdaten. Diese Studie validierte weder Peak Watts noch bestimmte sie die Genauigkeit des praktischen Tests oben.
Prüfe in deiner ersten Einheit, wie konsistent du den Ausgangswert wiederholen kannst. Untersuche danach eine einzelne Änderung. Eine Schätzung wird nützlich, wenn sich der Unterschied wiederholt und die Position bequem, kontrollierbar und mit der für deine Fahrt nötigen Leistung vereinbar bleibt.
Literatur und Berechnungshinweise
- Martin JC, Milliken DL, Cobb JE, McFadden KL, Coggan AR. Validation of a Mathematical Model for Road Cycling Power. Journal of Applied Biomechanics. 1998;14(3):276–291. doi:10.1123/jab.14.3.276.
- Martin JC, Gardner AS, Barras M, Martin DT. Modeling Sprint Cycling Using Field-Derived Parameters and Forward Integration. Medicine & Science in Sports & Exercise. 2006;38(3):592–597. doi:10.1249/01.mss.0000193560.34022.04. Siehe auch die Feldtestanleitungen der Autoren.
- Isvan O. Wind speed, wind yaw and the aerodynamic drag acting on a bicycle and rider. Journal of Science and Cycling. 2015;4(1):42–50.
Leistungstabelle und Diagramm verwenden ½ × 1,225 × CdA × (km/h ÷ 3,6)³, gerundet auf 0,1 W. Das Steigungsbeispiel verwendet 84 × 9,81 × sin(arctan(0,001)) × (40 ÷ 3,6). CdA-Werte und Wiederholbarkeitsbeispiele dienen der Veranschaulichung. Die App-Beschreibungen wurden anhand der aktuellen Implementierung geprüft; der Screenshot ist ein vorhandenes Funktionsbeispiel.